Die Kunst der Floristin
My florist is my friend—
we share a silence,
wide and understood.
Doch heute brach ein Staunen durch:
nicht dieselbe Kunst wie letztes Mal,
doch Kunst.
Und ich bin fasziniert –
ihre Wirkung auf mich
wird niemals enden.
Der Sommer steht noch vor der Tür,
noch nicht ganz da,
doch etwas hat begonnen –
eine sanfte Vorfreude,
jede Wärme auf dem Weg.
Wenn du etwas beginnst,
beginnt etwas.
Es braucht vielleicht keine Worte.
Aber wo steht die Regel,
dass man es nicht erwähnen darf?
Ich suchte eine ungewöhnliche Blume –
nicht für die Romantik,
nur um zu sagen, wofür mir Worte fehlten.
Eine einzelne Blüte.
Dann zauberte sie.
Keine Verkaufsmasche –
eine Schichtung von Grün,
ihre Hände entschieden, was mein Gelb
am besten zur Geltung bringt.
Sie fragte, ob es mir gefällt.
Ich dachte nicht: Es gefällt mir.
Ich wusste: Ich liebe es.
UND DAS IST DIE KRAFTVOLLE WAHRHEIT:
Ich kann nicht, was sie kann.
Nicht weil ich nichts gelernt hätte,
nicht weil ich es nicht versuchen könnte –
sondern weil es nicht meine Berufung ist.
Die eigene Grenze zu kennen,
heißt, die Gabe eines anderen wirklich zu sehen.
Also schenkte ich ihr meine Dankbarkeit –
keine Schmeichelei,
sondern etwas Tieferes,
von einem Ort, der nichts verkaufen muss.
Eines Tages werde ich erfahren, wie sie dazu kam.
Bis dahin halte ich, was sie mir machte –
einen schönen einzelnen Blumenstrauß,
grün und gold, leise vollkommen,
wie ein Satz, der endlich weiß,
dass er kein weiteres Wort mehr braucht.

