WAS BLEIBT?
Negativität kam wie eine Regenwolke
hinter einem riesigen Duschkopf.
Ich sagte mir: Halt fest an deinem Glauben.
Du musst nicht alles kontrollieren.
Du besitzt nur deine eigenen Bruchstücke.
Der Teufel ruht nicht.
Aber Negativität? Sie verfällt.
Also lass den Tag beginnen, wie er oft beginnt –
gleichmäßig, still, von niemandem gelenkt.
Lass ihn kommen.
Lass ihn lehren.
Zuerst verengt er deinen Blick –
eine Falle, die dich nach Gefahren suchen lässt
und das Licht übersieht.
Dann dreht er deine Gedanken im Kreis
wie ein Lied, das nicht aufhört.
Das Gedächtnis verschwimmt.
Entscheidungen werden schwer.
Dann senkt er sich in deine Knochen:
kleine Rückschläge fühlen sich an wie Stürme,
die du nicht überstehst.
Die Lust vergeht.
Du kritisierst.
Du verdächtigst.
Du ziehst dich zurück – und fragst dich, warum sie gehen.
Dann kriecht er in dein Blut –
Cortisol, Adrenalin, zu viel, zu lang.
Die Abwehr schwindet.
Der Druck steigt.
Der Schlaf wird eine Tür, die du nicht öffnen kannst.
Und der Körper erinnert sich:
Herz, Jahre, ein leises Verkürzen.
Aber hier halte ich ein.
Ich werde nicht zulassen, dass das in mir aufsteigt
und sich Wahrheit nennt.
Ich werde mir nicht „Ich bin nicht gut genug“
als Schlaflied singen.
Der Sinn schwindet? Ich sehe es kommen.
Freudlosigkeit? Nicht heute.
Ich unterbreche die Schleife.
Ich nehme mir den Strom zurück.
Denn das Gehirn ist formbar –
und ich kann es umschreiben.
Dankbarkeit. Achtsamkeit.
Weniger Gift in meiner Luft.
Hilfe gibt es.
Und sie ist echt.
Doch nichts – wirklich nichts –
schlägt die wahre Liebe derer,
die bleiben nach deinem Sturm.
Nicht jeder Sturm ist zum Überleben da.
Manche sind zum Ertragen.
Und Ertragen ist Leben.
Rechne mit dem Schlimmsten.
Hoffe auf das Beste.
Liebe, ohne dich zu verlieren.
Das bleibt.

